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Website bringt keine Anfragen? Finde mit dieser Checkliste heraus, woran es liegt
Gründer Strayve · Aktualisiert Oktober 2026
Irgendwann kommt der Moment, in dem man sich ehrlich fragen muss: Woran liegt es, dass meine Website keine Anfragen bringt?
Die Antwort ist in jedem Fall unbequem. Häufig sehen wir auf Unternehmenswebsites passende Angebote, faire Preise und herausragende Arbeit. Und trotzdem landet keine einzige Anfrage im Postfach. Die Website existiert, sie ist erreichbar, sie sieht passabel aus – aber sie tut das Einzige nicht, wofür sie eigentlich da sein sollte: Leads generieren.
Die gute Nachricht: Das ist weder Zufall, noch Pech, sondern hat konkrete und behebbare Gründe. Dieser Artikel führt dich in zwei Blöcken durch die häufigsten davon: zunächst durch die Dinge, die Besucher nie zu sehen bekommen und anschließend durch alles, was sie zwar sehen, aber trotzdem dazu bringt, die Seite schnell wieder zu verlassen. Zu jedem Punkt gibt es eine direkte Frage, die du für deine eigene Website beantworten kannst.
Am Ende weißt du, warum deine Website keine Anfragen bringt und hast gleichzeitig jede Menge Tipps und Tricks an der Hand, wie du einen Großteil dieser Probleme selbst beheben kannst.
Was Besucher nie zu sehen bekommen
Diese Probleme wirken im Verborgenen. Niemand stolpert darüber, niemand beschwert sich und genau deshalb bleiben sie oft jahrelang unentdeckt. Dabei entscheiden sie als erstes darüber, ob ein potenzieller Kunde überhaupt jemals auf deiner Website landet.
Frage 1: Taucht deine Website überhaupt in der Google-Suche auf?
Es klingt wie eine Selbstverständlichkeit, ist es aber nicht. Eine Website kann technisch einwandfrei online sein und trotzdem von Google vollständig ignoriert werden. Das passiert zum Beispiel, wenn beim Aufbau der Seite eine Einstellung aktiv geblieben ist, die dem sogenannten Google Crawler – dem automatisierten Programm, mit dem Google das Internet durchsucht – den Zugriff explizit verweigert. Dieser Crawling-Ausschluss ist in vielen Baukastensystemen während der Entwicklungsphase standardmäßig aktiviert und wird nach dem Launch schlicht vergessen.
Schnellcheck: Gib in Google site:deinewebsite.de ein. Erscheinen keinerlei Ergebnisse, ist deine Seite nicht im Index – und damit für niemanden auffindbar, egal wie gut alles andere ist.
Frage 2: Warnt dein Browser Besucher vor deiner Website?
Öffne deine Website und schau auf die Adresszeile. Steht dort ein Schloss-Symbol neben der Adresse? Erscheint die Adresse mit https://? Falls nicht – oder falls beim Aufrufen eine Warnung erscheint – schreckt das nahezu jeden Besucher sofort ab. Denn Browser wie Chrome zeigen in diesem Fall unmissverständlich: „Diese Website ist nicht sicher.“
Dahinter steckt ein fehlendes oder abgelaufenes SSL-Zertifikat – ein digitales Sicherheitssiegel, das dafür sorgt, dass Daten zwischen Website und Nutzer verschlüsselt übertragen werden. Für Google ist das gleichzeitig ein Qualitätssignal, das direkt das Ranking beeinflusst. Das Zertifikat wird über deinen Hosting-Anbieter verwaltet – IONOS, Strato, All-Inkl und Co. bieten es in der Regel für einen kleinen jährlichen Betrag an, es muss nur aktiviert oder erneuert werden.
Frage 3: Wie lange braucht deine Website, bis sie vollständig geladen ist?
Laut Google verlassen min. 53 Prozent der mobilen Nutzer eine Website, die länger als drei Sekunden lädt. Das ist jeder zweite potenzielle Kunde, der geht, bevor er überhaupt gesehen hat, was du anbietest. Und die Zahlen werden noch drastischer: Jede zusätzliche Sekunde Ladezeit senkt die Conversion-Rate um rund 4,5 Prozent.
Besonders heimtückisch: Auf dem eigenen Rechner, mit schneller Internetverbindung und warmem Browser-Cache, lädt die eigene Website fast immer schnell. Wer sie aber zum ersten Mal auf dem Smartphone aufruft, erlebt oft etwas ganz anderes.
Kostenloses Werkzeug zur Überprüfung: Google PageSpeed Insights (pagespeed.web.dev). URL eingeben, Ergebnis abwarten, konkrete Hinweise lesen. Der Mobile-Score unter 50 Punkten ist ein klares Warnsignal.
Frage 4: Funktioniert deine Website auf dem Smartphone genauso wie am Desktop?
68,2 Prozent der Website-Besuche erfolgen über das Handy, wobei mobile Nutzer branchenübergreifend eine durchschnittliche Absprungrate von 56,8 Prozent aufweisen. Die Mehrheit deiner Besucher kommt also über ein Gerät, das die meisten Websites schlechter behandelt als den Desktop.
Nimm dein Telefon und öffne deine Website. Musst du zoomen, um Text zu lesen? Sind Buttons so klein, dass man daneben tippt? Muss man horizontal scrollen? Jedes dieser Probleme ist für einen Besucher, der dich noch nicht kennt, ein ausreichender Grund weiterzuziehen und zum nächsten Suchergebnis zu wechseln.
Frage 5: Spricht deine Website dieselbe Sprache wie deine Kunden?
Das ist der am häufigsten unterschätzte Grund, warum eine Website in der Google-Suche unsichtbar bleibt: Sie verwendet spezifische Begriffe, die die Branche selbst benutzt und nicht die, nach denen potenzielle Kunden suchen.
Ein konkretes Beispiel: Ein Schreinereibetrieb, der sich auf seiner Startseite als „Anbieter maßgefertigter Holzlösungen im Premium-Segment" beschreibt, wird von jemandem, der „Schreiner München Küche" googelt, schlicht nicht gefunden. Google kann keine Verbindung zwischen dem Suchbegriff und dem Text herstellen und zeigt stattdessen die Konkurrenz, die genau diese Worte verwendet.
Überschriften, Seitentitel und die ersten Sätze einer Seite sind die Stellen, an denen Google besonders genau hinschaut. Wer dort nicht die Keywords stehen hat, die Kunden tatsächlich eintippen, hat kaum eine Chance auf eine relevante Platzierung.
Wir prüfen die vier häufigsten technischen Stolpersteine – Indexierung, SSL, Ladezeit und Handy-Darstellung – und liefern Ihnen eine klare Prioritätenliste. Kostenlos und unverbindlich.
Was Besucher sehen, sie aber trotzdem zum Abspringen bringt
Jetzt wird es persönlicher. Diese Probleme sind sichtbar, aber eben nur für Besucher, nicht für den Inhaber. Wer eine Website selbst gebaut hat oder täglich damit arbeitet, sieht sie nicht mehr unvoreingenommen. Man liest, was da stehen sollte. Man weiß, was gemeint ist. Jetzt gilt es, die Sicht neuer Nutzer zu hinterfragen: Weiß auch eine außenstehende Person, die zum ersten Mal mit deinem Unternehmen in Kontakt kommt, sofort, worum es geht?
Frage 6: Ist auf den ersten Blick klar, welche Leistung du anbietest und für welche Zielgruppe?
Ein neuer Besucher entscheidet innerhalb weniger Sekunden, ob er auf der richtigen Seite ist. Diese Entscheidung basiert nicht auf dem Impressum, nicht auf dem Über-uns-Text und auch nicht auf den detaillierten Leistungsbeschreibungen weiter unten. Sie basiert auf dem, was er im ersten Moment sieht.
Die relevante Frage lautet: Bringt deine Startseite sofort Klarheit darüber – in der Hauptüberschrift oder direkt darunter – wer du bist, was du konkret tust und wer einen Nutzen daraus zieht? Allgemeine Aussagen wie „Qualität, die überzeugt“ oder „Ihr Partner für alle Fälle“ beantworten keine dieser Fragen. Sie klingen vertraut, weil man sie überall sieht und genau deshalb registriert sie niemand mehr.
Frage 7: Gibt es auf deiner Website einen klare Call to Actions (CTA)?
Stell dir einen Besucher vor, der deine Seite gelesen hat, dein Angebot überzeugend findet und Kontakt aufnehmen möchte. Was soll er jetzt tun?
79 Prozent der Marketing-Leads konvertieren nie, meist, weil niemand nachfasst oder sie pflegt. Aber noch bevor es dazu kommt, scheitern viele bereits daran, dass der erste Schritt zur Kontaktanfrage nicht klar genug ist. Ein gut sichtbarer CTA-Button mit einer konkreten Aufforderung wie „Jetzt Angebot anfragen“, „Kostenloses Erstgespräch buchen“ ist kein Designelement, sondern ein Umsatzinstrument. Personalisierte und eindeutige Handlungsaufforderungen konvertieren bis zu 202 Prozent besser als generische Standardformulierungen.
Fehlt dieser Hinweis, oder ist er irgendwo im unteren Drittel der Seite versteckt, passiert das Wahrscheinlichste: nichts.
Frage 8: Warum sollte jemand, der dich nicht kennt, dir vertrauen?
Egal, ob du Dienstleistungen anbietest oder Produkte – an einem übersättigten Markt, an dem KundInnen die Wahl haben, benötigst du als allererstes Vertrauen. Und Vertrauen entsteht nicht durch die Werbung, die du für dich selbst machst, sondern durch den Beweis, dass andere bereits gute Erfahrungen gemacht haben.
Sind auf deiner Website echte Bewertungen zu sehen, idealerweise direkt eingebundene Google-Rezensionen mit Namen und Sternebewertung? Gibt es Fotos von echten Projekten, vom Team, von der Arbeit vor Ort? Diese Elemente sind für viele Besucher die entscheidende Hürde, bevor sie das Kontaktformular öffnen.
Frage 9: Sind deine Texte angenehm zu lesen?
Zwei Probleme tauchen hier immer wieder auf Firmenwebsites auf und beide werden von Inhabern fast nie selbst bemerkt. Das erste ist mangelnder Kontrast: Hellgrauer Text auf weißem oder cremefarbenem Hintergrund bieten natürlich eine elegante Optik. Auf dem Smartphone in der Mittagssonne ist er kaum zu entziffern. Eine einfache Daumenregel: Wenn du die Schrift beim Lesen kurz zusammenkneifen musst, ist der Kontrast zu gering.
Das zweite ist Schriftgröße auf Mobilgeräten. Was am Desktop noch großzügig wirkt, kann auf einem 6-Zoll-Bildschirm winzig erscheinen – besonders für Menschen ab 40, die einen erheblichen Teil deiner Zielgruppe ausmachen dürften.
Frage 10: Führt das Design den Blick oder überfordert sie ihn?
Eine Seite, auf der alle Inhalte gleich groß, gleich bunt und gleich laut sind, führt zu keiner Reaktion. Der Blick des Besuchers weiß nicht, wo er anfangen soll und beginnt deshalb gar nicht erst.
Gute Websites haben eine klare Struktur und betreiben damit ganz gezielte Nutzerführung: Die wichtigste Aussage ist am auffälligsten, das Ergänzende tritt zurück und jedes Element hat eine klar erkennbare Aufgabe. Diese Hierarchie muss nicht kompliziert, aber sie muss vorhanden sein. Wer eine Seite öffnet und sofort weiß, wo er hinschauen soll, bleibt länger. Wer direkt vom Layout und tausend Möglichkeiten verwirrt ist, geht.
Was tun mit den Ergebnissen?
Wenn du mehr als drei dieser Fragen mit einem klaren „Nein" beantwortet hast, liegt das Problem nicht an deinem Angebot. Es liegt an deiner Website und mangelnder Search Engine Optimization (kurz: SEO).
Das ist eigentlich eine gute Nachricht, denn jeder dieser Ursachen kennt eine klare Lösung. Manche davon, wie das SSL-Zertifikat oder der Google-Index-Check, lassen sich in einer Stunde erledigen. Andere, wie die konsequente Überarbeitung von Texten oder die Optimierung der mobilen Darstellung, brauchen mehr Zeit und oft einen zweiten Blick von außen.
Und dann gibt es eine weitere Ebene, die diese Checkliste bewusst ausgespart hat, weil sie ohne Fachkenntnis kaum zu beurteilen ist. Duplicate Content zum Beispiel: Wenn mehrere Seiten deiner Website inhaltlich zu ähnlich sind, kann Google nicht entscheiden, welche davon es zeigen soll und zeigt im Zweifel keine davon weit oben. Oder fehlende Backlinks – Links von anderen Websites, die Google signalisieren, dass deine Seite vertrauenswürdig und relevant ist. Wer keine hat, kämpft mit strukturellem Gegenwind, egal wie gut der Rest der Seite aufgestellt ist. Hinzu kommen die interne Verlinkungsstruktur, strukturierte Daten, lokale Rankingsignale, die Auswertung der Google Search Console – Googles eigenem Analyse-Werkzeug – das zeigt, nach welchen Keywords Nutzer suchen und wo technische Fehler auftreten und nicht zuletzt die Frage, wie die eigene Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchsystemen wie Google AI Overviews oder ChatGPT aufgebaut wird. Eine Website, die zuverlässig Anfragen generiert, ist das Ergebnis einer Vielzahl technischer, inhaltlicher und strategischer Entscheidungen, von denen viele unsichtbar sind, aber alle zusammen darüber entscheiden, ob Google deine Seite für relevant hält oder nicht.
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